Umsichtiges Risikomanagement: Teil des Fundaments erfolgreicher Unternehmen

Am 8. Oktober führten wir zusammen mit esurance einen Workshop zum Thema Risiko- und Liquiditätsmanagement für IT Unternehmen durch. Der nachfolgende Artikel stellt eine Zusammenfassung des Risiko-Management Teils dar. Eine vollständige Aufzeichnung des Webinars finden Sie hier, die Folien können auf Slideshare bezogen werden.

Risiken einschätzen: überlebenswichtig für KMU

Der unternehmerische Alltag ist geprägt von Risiken, und tendenziell ist in kleinen und mittelgrossen Unternehmen der Umgang mit diesen Risiken noch wichtiger als in Grossunternehmen: Um Skaleneffekte zu erreichen, spezialisiert man sich als kleines Unternehmen in aller Regel auf einige wenige Geschäftsaktivitäten, in denen man richtig gut ist. Werden dabei nun die Risiken falsch eingeschätzt oder mit falschen Massnahmen angegangen, hat dies unter Umständen verheerende Folgen. Sie können bis zum Firmenkonkurs führen, da durch die starke Spezialisierung Schwächen in einem Gebiet nicht gleich gut durch Stärken in anderen Sektoren ausgleichen werden können, wie dies in Grossunternehmen mit vielen verschiedenen Geschäftsfeldern unter Umständen möglich ist. Umso wichtiger ist es daher für uns Kleinunternehmer*innen, die Risiken korrekt wahrzunehmen, einzuschätzen und die richtigen Massnahmen zu treffen.

Risikomanagement im KMU – eine Frage der Verhältnismässigkeit, Wahrscheinlichkeit und möglichem Schadensausmass

Als kleines Unternehmen hat man weder die Zeit noch die Ressourcen (und sind wir ehrlich, vor allem auch keine Lust!), sich tagelang mit theoretischen Risiken auseinanderzusetzen. Gefragt sind daher pragmatische Ansätze, die sich unabhängig von der Unternehmensgrösse möglichst einfach umsetzen lassen. Die nachfolgend beschriebene Methodik ist daher eine vereinfachte, auf die Bedürfnisse von KMU angepasste Variante eines umfangreicheren Risikomanagement-Prozesses, wie er in Grosskonzernen zur Anwendung kommt.

Bewährt hat sich im KMU Umfeld der folgende Ansatz:

  1. Risiken analysieren
  2. Schadensausmass und Eintrittswahrscheinlichkeit definieren
  3. Massnahmen festlegen und umsetzen

Schauen wir uns die drei Schritte im Detail an:

Zunächst wird analysiert, welchen Risiken sich ein Unternehmen ausgesetzt sieht. Am besten wird das im Rahmen einer Geschäftsleitungssitzung in Form eines Brainstormings gemacht. Bei grösseren Unternehmen kann es sinnvoll sein, dass sich zunächst jede Abteilung einzeln darüber Gedanken macht und die Ergebnisse anschliessend zusammengetragen werden. Es empfiehlt sich, hier durchaus kreativ zu sein. Wie unwahrscheinlich oder banal ein mögliches Risiko ist, spielt in dieser Phase noch keine Rolle, wichtiger ist, eine möglichst umfassende Liste zu erhalten.

Anschliessend wird jedes dieser eruierten Risiken eingestuft bezüglich Schadensausmass und Eintrittswahrscheinlichkeit, und zwar auf einer Skala 1-6, wobei 1 den geringsten und 6 den verheerendsten Wert darstellen.

Die so ermittelte Risiko-Kategorisierung wird anschliessend auf eine Matrix übertragen, in der die X-Achse der Eintrittswahrscheinlichkeit und die Y-Achse dem potenziellen Schadensausmass entspricht.

Das Ergebnis ist die individuelle Risikolandkarte unseres Betriebes:

Individuelle Risikolandkarte. Grafik: TRESIO

Diese Risikolandkarte sieht natürlich in jedem Unternehmen anders aus, abhängig davon, welchen Risiken ein Geschäftsmodell ausgesetzt ist.

Im letzten Schritt geht es nun darum, festzulegen, wie diese einzelnen festgestellten Risiken bewältigt werden sollen. Dabei gibt es grundsätzlich 4 Bewältigungsstrategien:

  1. Risiken tragen
  2. Risiken vermeiden
  3. Risiken absichern
  4. Risiken vermeiden

Welche Strategie angewendet werden kann hängt nun wesentlich damit zusammen, wo auf unserer Risiko-Landkarte ein spezifisches Risiko angesiedelt ist.

Strategien zur Risiko-Bewältigung. Grafik: TRESIO.

Tragbar sind typischerweise Risiken, die selten vorkommen und wenn doch, keine grossen Auswirkungen auf unseren Betrieb haben. Das kann beispielsweise ein krankheitsbedingter Ausfall von weniger als 2 Tagen eines Mitarbeitenden sein – kommt bei vielen Mitarbeitenden ein- bis zweimal pro Jahr vor, ist jedoch für den Betrieb verkraftbar. Ausser allfälligen freiwilligen, gesundheitsförderlichen Massnahmen wie beispielsweise einen Beitrag an Fitness-Abos oder ähnliches auszurichten, kann und muss in der Regel nichts weiter getan werden.

Risiken, die häufig vorkommen können, jedoch keine katastrophalen Auswirkungen haben, sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Das können beispielsweise Kursverluste durch Schwankungen bei Fremdwährungen sein – eine mögliche Vermeidungsstrategie könnten hier die Absicherung mit entsprechenden Instrumenten sein, oder eine sofortige Umbuchung auf ein CHF Konto bei Erhalt von Kundenzahlungen sein.

Kritisch sind Risiken, die in unserer Skala als potenziell katastrophal eingestuft werden. Um diese müssen wir uns kümmern. Risiken, die selten vorkommen, jedoch potenziell viel Schaden anrichten, sind ein klassischer Fall für eine Versicherung. Aufgrund der geringen Eintrittswahrscheinlichkeit ist die Prämie verhältnismässig günstig, falls das Ereignis trotzdem eintritt ist der Schaden gedeckt.

Risiken, die häufig eintreten, oder deren Eintrittswahrscheinlichkeit nicht final bestimmt werden kann, wird keine Versicherung übernehmen, respektive die Prämie wäre aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit hoch. Bei diesen Risiken gilt es daher, die Eintrittswahrscheinlichkeit wie auch das Schadensausmass möglichst soweit zu verringern, dass sie wieder tragbar und kalkulierbar werden.

Viel getan wurde in diesem Bereich in den letzten Jahren beispielsweise im Bereich Betriebsunfallvermeidung, mit entsprechenden Vorschriften zu Schutzbekleidung und anderen Sicherheitsvorgaben.

Ein weiteres Risiko, das in diese Kategorie gehört, ist ganz klar auch das Liquiditätsrisiko – die Gefahr, dass ein Unternehmen irgendwann in finanzielle Schwierigkeiten gerät, ist statistisch gesehen sehr hoch, kann mit einer smarten Planung mit Excel oder einer digitalen Lösung wie TRESIO jedoch stark verringert werden und wird vorhersehbar.

Risiken sind ein Teil des Lebens – vollständige Vermeidung nicht möglich. Aber zu wissen, was es denn überhaupt für Risiken gibt, sorgt für einen klaren Kopf.

Tobias Angehrn, Geschäftsführer TRESIO GmbH

Fazit

Risiken sind Teil des unternehmerischen Alltags, wie auch generell Teil des Lebens. Beim Risikomanagement geht es daher nicht darum, Risiken vollständig zu vermeiden: vielmehr ist es wichtig, dass man sich als Unternehmen möglicher Risiken bewusst wird, einschätzen kann wie wahrscheinlich und potenziell verheerend diese sind und dann festlegt, wie damit umgegangen wird. TRESIO zeigt Ihnen gerne auf, wie Sie mit wenig Aufwand das Liquiditätsrisiko minimieren und kontrollierbar machen. Kontaktieren Sie uns dazu für ein unverbindliches und kostenloses Gespräch.

Das vollständige Webinar können Sie auf Youtube kostenlos nachschauen: