Wichtige Liquiditäts-Kennzahlen für KMU: Smarte Finanzanalyse mit TRESIO

Mein Kunde möchte seine Zahlungsziele von 30 auf 60 Tage erweitern – kann ich mir das überhaupt leisten? Welchen Einfluss hätte eine generelle Erhöhung der Endkunden-Preise um +2% auf meine Firmenliquidität? Und warum wird mein Bankkonto immer leerer, obwohl ich doch im Kerngeschäft sehr stark wachse? Fragen wie diese lassen sich dank der TRESIO Finanzanalyse jetzt leicht beantworten.

Warum es für jedes Unternehmen überlebenswichtig ist, sich auf den Cash Flow zu konzentrieren, haben wir in diesem Artikel bereits umfassend dargelegt.

Doch zu erkennen, ob ein Unternehmen auf dem richtigen Weg ist, wo es noch unerschlossenes Optimierungspotenzial gibt, und welchen unmittelbaren Einfluss getroffene Entscheide auf die Firmenliquidität haben, ist oft gar nicht so trivial.

Mit dem TRESIO Modul “Finanzanalyse” den Durchblick behalten

Mit dem Modul «Finanzanalyse», welches seit dem März-Update standardmässig in allen TRESIO Abonnements zur Verfügung steht, bietet TRESIO ein smartes Finanzanalyse-Tool für KMU an. Damit wird der Erfolg von getroffenen Massnahmen messbar und sichtbar, und die Auswirkungen verschiedener Initiativen und Szenarien lassen sich ganz einfach simulieren und grafisch darstellen.

Pro-Tipp, und eine kurze Warnung vorweg: Die Interpretation von Bilanzdaten und Ableitung von entsprechenden Optimierungsmassnahmen kann am Anfang ganz schön verwirrend sein. Buchen Sie deshalb für CHF 149.- (99.-, wenn Sie die Bilanz-Daten selbst in TRESIO erfassen) einen Web-Call mit unserem Experten, und lassen Sie sich Ihre Bilanzauswertung Schritt für Schritt, und in verständlichen Begriffen, erklären.

Ausgangspunkt für die «Finanzanalyse» ist die Bilanz und Erfolgsrechnung der letzten zwei bis drei Jahre. Diese werden durchleuchtet und ein kommentierter Bericht zuhanden der Geschäftsleitung oder Finanzierungspartnern wird automatisch erstellt. Der Fokus liegt dabei, anders als bei herkömmlichen, meist Excel-basierten Bilanz-Auswertungen, nicht auf Vergleichen mit statischen Branchen-Benchmarks (die bei KMU so gut wie nie passen, weil Besonderheiten und spezielle Umstände des individuellen Betriebes nicht abgedeckt werden können), sondern TRESIO legt den Fokus auf die relative Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: ausgedeutscht bedeutet dies, dass aufgezeigt wird, wie sich ein Betrieb in einzelnen Kategorien (Profitabilität, Betriebskapital, Stabilität und Finanzierungskraft) entwickelt. Basierend auf dieser Auswertung wird ein sogenannter «Momentum-Score» erstellt – damit sehen Sie auf einen Blick, wie positiv sich Ihr Betrieb in der Tendenz entwickelt.

Profitabilitäts-Analyse: Fokus auf Umsatz und Gewinn

Screenshot: TRESIO Profitabilitätsanalyse

Bei der Profitabilitätsanalyse legen wir den Fokus auf die Umsatz-bezogenen Kennzahlen: Wie stark ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr gewachsen? Erfolgte das Umsatzwachstum zulasten der Bruttomarge? Wie entwickeln sich die Fixkosten im Verhältnis zum Umsatz, und wieviel der erzielten Erträge bleiben effektiv hängen als EBIT, EBITDA und schlussendlich Reingewinn?

Betriebskapital: Wie effizient wird das Betriebsvermögen eingesetzt?

Das Betriebskapital wird synonym oft auch als Umlaufvermögen bezeichnet. Damit werden Vermögenswerte auf der Aktiv-Seite der Bilanz zusammengefasst, die häufig «umgeschlagen» werden. Beispiele dafür sind:

  • Bar- und Bankguthaben
  • offene Kundenforderungen
  • angefangene Arbeiten
  • Warenlager.

Zieht man vom Umlaufvermögen die kurzfristigen Verpflichtungen ab (Lieferantenrechnungen, allfälliges negatives Bankguthaben), erhält man das sogenannte Netto Working Capital ausgewiesen. Die Höhe des Working Capital zeigt uns einerseits auf, wie liquide ein Unternehmen ist, andererseits aber auch, wie viel Finanzierungsbedarf besteht und wie effizient ein Unternehmen wirtschaftet.

Im Teil «Betriebskapital» tauchen wir recht tief in die Materie ein. Grosse Konzerne beschäftigen ganze Treasury-Abteilungen mit hochbezahlten Spezialisten, die sich um nichts anderes kümmern als ihr Working Capital zu optimieren – doch keine Sorge, mit TRESIO schaffen Sie das auch als Kleinunternehmer*in.

Bereit?

Screenshot TRESIO: Betriebskapital-Auswertung

Die Anzahl Debitoren-Tage (DSO, Days Sales Outstanding) zeigen Ihnen an, wie lange Sie durchschnittlich auf Ihre Kundenzahlungen warten. Wichtig zu verstehen ist, dass jeder Tag an zusätzlicher Zahlungsfrist, den Sie einem Kunden gewähren, durch Sie finanziert werden muss. Das heisst, aus Sicht der finanziellen Unternehmensfinanzierung sollte darauf geachtet werden, diesen Wert möglichst tief zu halten.

Umgekehrt verhält es sich mit den Kreditoren-Tagen (DPO, Days Payables Outstanding). Je längere Zahlungsfristen Sie mit Ihren Lieferanten aushandeln können, desto besser für Sie – damit finanzieren Sie nämlich einen Teil Ihres Betriebsvermögens. Die Lager-Tage (DIO, Days Inventory Outstanding) wiederum, Sie ahnen es schon, zeigen Ihnen auf, wie lange Ihre Waren im Lager liegen bevor Sie an die Kunden ausgeliefert werden. Eine zu geringe Lagerumschlags-Häufigkeit kann sehr kapitalintensiv sein und sollte man anschauen.

Betrachtet man diese Grössen als Gesamtheit, wird es spannend: dann kommt man auf die Anzahl Betriebskapital Tage, den sogenannten Cash Conversion Cycle.

Der Cash Conversion Cycle zeigt uns auf, wie lange ein Unternehmen braucht, um aus vorhandenem Cash noch mehr Cash zu generieren.

Mächtige Firmen wie Apple haben es geschafft, diesen Wert ins Negative zu drehen – das heisst, die Endkonsumenten bezahlen ihr IPhone bereits, bevor Apple die Zulieferer bezahlen musste. Dies werden Sie als Kleinunternehmen nicht schaffen, dass Apple als eines der wertvollsten Unternehmen der Welt dem Working Capital eine derart hohe Bedeutung beimisst verdeutlicht jedoch die Wichtigkeit, die diesem Thema zukommt.

Das Betriebskapital in % des Umsatzes ist ein guter Indikator, wie effizient Ihr Betrieb mit den vorhandenen Mitteln wirtschaftet. Auch hier wieder gibt es in den verschiedenen Branchen enorme Unterschiede – relevant für Ihren Betrieb ist es, dass Sie Ihre Werte mit gezielten Massnahmen konstant verbessern können.

Der Marginal Cash Flow zeigt Ihnen auf, wieviel Cash Flow Sie pro 100 Franken Umsatz effektiv generieren. Damit erkennen Sie, wie nachhaltig Ihr Umsatzwachstum ist.

Der Liquiditätsgrad 3. Grades, das sogenannte Current Ratio, zeigt Ihnen auf, ob Ihre Verbindlichkeiten (kurzfristige Bankschulden und Kreditoren) durch das Umlaufvermögen gedeckt sind. Dieser Wert sollte auf jeden Fall über 1 sein, der ideale Wert liegt je nach Branche und Geschäftsmodell irgendwo zwischen 1.5 und 2.5.

«TRESIO gibt mir mit der Finanzanalyse endlich das Werkzeug, um mit meinem Banker auf Augenhöhe diskutieren zu können. Im Jahresgespräch musste erstmals nicht mehr er mir erklären, wie es um meinen Betrieb steht, sondern ich habe stattdessen ihm darlegen können, wo unsere aktuellen Schwerpunkte liegen, und wie wir uns wo verbessern wollen. Das hat sich super angefühlt». 

-MG, Firmeninhaber aus Luzern

Stabilität: Wie nachhaltig ist Ihr Betrieb aufgestellt?

Eine wichtige Rolle bei der Definition, wie «stabil» ein Unternehmen finanziell aufgestellt ist, ist einerseits das Verhältnis von Schulden zum Eigenkapital, und andererseits auch die Höhe des erwirtschafteten operativen Cashflows. Die in diesem Teil behandelten Kennzahlen sind unter anderem sehr relevant im Gespräch mit möglichen Finanzierungspartnern und haben einen wesentlichen Einfluss auf das Kreditrating, das heisst die Bonitätseinschätzung, bei Banken.

Die Branchen-spezifischen Unterschiede sind bei diesen Kennzahlen noch ausgeprägter als in den anderen Bereichen. In TRESIO ausgewiesen wird deshalb auch hier die Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahreswerten, für eine ausführlichere Beurteilung stehen Ihnen unsere Spezialisten auf Anfrage gerne zur Verfügung.

Screenshot TRESIO: Stabilitätsanalyse

Die Eigenkapitalquote zeigt in Prozent, welcher Teil der Bilanz durch Eigenkapital gedeckt ist (der Kehrwert wäre die Fremdkapitalquote). Generell gilt, je höher der Anteil, desto stabiler und unabhängiger das Unternehmen – gleichzeitig sollten Sie sich bewusst sein, dass Eigenkapital die teuerste Art der Unternehmensfinanzierung ist.

Die Nettoverschuldung zeigt auf, welcher Anteil am Fremdkapital nicht durch das Umlaufvermögen (Definition siehe oben) gedeckt ist. Indem man die Nettoverschuldung ins Verhältnis zum Eigenkapital setzt, lässt sich das Finanzierungsverhältnis ableiten, auch Debt to Equity genannt. Je höher das Ergebnis, desto höher wird ein Fremdkapitalgeber das Risiko eines Kredites einschätzen und desto höher werden auch die Fremdkapitalzinsen ausfallen.

Die Cash Flow Kennzahlen schliesslich zeigen Ihnen auf, wie viel Cashflow Ihr Unternehmen durch die Betriebstätigkeit (operativ) erwirtschaftet:

Screenshot: TRESIO: Cashflow Herleitung

Der Cash Flow to Debt setzt den operativen Cash Flow ins Verhältnis zum Fremdkapital. Der Umkehrwert zeigt Ihnen dabei an, wie viele Jahre Ihr Betrieb benötigt, um einen Kredit zurückzuzahlen. Diese Kennzahl ist somit sehr relevant, wenn es darum geht, einen Betriebskredit zu beantragen. Die Zinsdeckung (Interest Coverage Ratio) schliesslich zeigt einem potenziellen Fremdkapitalgeber auf, wie viel Mal die Fremdkapitalzinsen durch den erwirtschafteten EBIT bedient werden können.

Simulieren Sie Anpassungen am Geschäftsmodell

Ein Punkt, der in vielen Unternehmen immer wieder vergessen geht:  Wenn Sie Wachstum anstreben, bedeutet das in der Regel, dass erst einmal zusätzliches Kapital benötigt wird. Unser Simulator «Finanzierungskraft» stellt dies, unter Berücksichtigung Ihrer tatsächlichen Abschlusskennzahlen, grafisch und sehr einfach verständlich dar.

Screenshot TRESIO: Finanzierungskraft

Unter der Lasche «Finanzierungskraft» simulieren Sie, welchen Effekt ein Umsatzwachstum von CHF 1’000 bewirkt. Dabei sehen Sie auf einen Blick, wie hoch die direkt mit dem Wachstum verbundenen Kosten sind, und wieviel zusätzliches Kapital Sie benötigen, um das angestrebte Wachstum überhaupt finanzieren zu können.

Der Rechner schliesslich zeigt Ihnen auf, welchen Effekt verschiedene Massnahmen des Working Capital Managements auf Ihre Firmenliquidität haben.

Screenshot TRESIO: Rechner

Finanzanalyse in TRESIO

Alles, was Sie für die Auswertung Ihres Jahresabschlusses benötigen, ist ein TRESIO Account (bereits ab CHF 15.- pro Monat, Registrierung hier). Anschliessend erfassen Sie Ihre Abschlusszahlen entweder direkt in TRESIO, oder Sie benutzen dazu unsere Excel-Vorlage.

Der automatische Import aus den Buchhaltungssystemen befindet sich im Beta-Stadium. Falls sie zusätzlichen Rat oder Unterstützung benötigen, hilft Ihnen unser Experte gerne weiter.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *